91 - Jesus lehrt am Laubhüttenfest
Joh - Johannes
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- 7,11 - Die Juden nun suchten ihn auf dem Feste und sprachen: Wo ist jener?
- 7,12 - Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen; die einen sagten: Er ist gut; andere sagten: Nein, sondern er verführt die Volksmenge.
- 7,13 - Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden.
- 7,14 - Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.
- 7,15 - Da verwunderten sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat?
- 7,16 - Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.
- 7,17 - Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede.
- 7,18 - Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
- 7,19 - Hat nicht Moses euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das Gesetz. Was suchet ihr mich zu töten?
- 7,20 - Die Volksmenge antwortete und sprach : Du hast einen Dämon; wer sucht dich zu töten?
- 7,21 - Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch.
- 7,22 - Deswegen gab Moses euch die Beschneidung (nicht daß sie von Moses sei, sondern von den Vätern), und am Sabbath beschneidet ihr einen Menschen.
- 7,23 - Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbath empfängt, auf daß das Gesetz Moses' nicht gebrochen werde, zürnet ihr mir, daß ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbath?
- 7,24 - Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht.
- 7,25 - Es sagten nun etliche von den Bewohnern Jerusalems: Ist das nicht der, welchen sie zu töten suchen?
- 7,26 - Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben denn etwa die Obersten in Wahrheit erkannt, daß dieser der Christus ist?
- 7,27 - Diesen aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist.
- 7,28 - Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennet mich und wisset auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, welchen ihr nicht kennet.
- 7,29 - Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er mich gesandt hat.
- 7,30 - Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
- 7,31 - Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?
- 7,32 - Die Pharisäer hörten die Volksmenge dies über ihn murmeln; und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener, daß sie ihn greifen möchten.
- 7,33 - Da sprach Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat.
- 7,34 - Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.
- 7,35 - Es sprachen nun die Juden zueinander: Wohin will dieser gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren?
- 7,36 - Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und: Wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen? -
- 7,37 - An dem letzten, dem großen Tage des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.
- 7,38 - Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
- 7,39 - Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
- 7,40 - Etliche nun aus der Volksmenge sagten, als sie diese Worte hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.
- 7,41 - Andere sagten: Dieser ist der Christus. Andere sagten: Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa?
- 7,42 - Hat nicht die Schrift gesagt: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorfe, wo David war, kommt der Christus?
- 7,43 - Es entstand nun seinethalben eine Spaltung in der Volksmenge.
- 7,44 - Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, aber keiner legte die Hände an ihn.
- 7,45 - Es kamen nun die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?
- 7,46 - Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch.
- 7,47 - Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr denn auch verführt?
- 7,48 - Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt, oder von den Pharisäern?
- 7,49 - Diese Volksmenge aber, die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht!
- 7,50 - Da spricht Nikodemus zu ihnen, der einer von ihnen war:
- 7,51 - Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut?
- 7,52 - Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, daß aus Galiläa kein Prophet aufsteht.
- 7,53 - Und ein jeder ging nach seinem Hause.
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- 8,1 - Jesus aber ging nach dem Ölberg.
- 8,2 - Frühmorgens aber kam er wiederum in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie.